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Steinbruch Wieshohl


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Eine Station auf dem Lahn-Marmor-Weg (16):

Viel ist es nicht, dass über den Marmorbruch Wieshohl bisher bekannt ist. Er liegt an der Weilburger Straße unscheinbar hinter einem Autohaus versteckt. Urkundlich erwähnt wurde er zum ersten Mal 1785. Das Material ist hell, grau-rosa und mit recht grober Struktur marmoriert.
Das vielleicht bekannteste Verwendungsbeispiel ist allerdings eines von staatstragender Bedeutung: Im August 1822 ordnete das Herzogliche Hohe Staatsministerium Nassaus an, dass Grenzsäulen mit Nassauischem Wappen aufgestellt werden sollten. Diese sollten natürlich aus einem einheimischen Material hergestellt werden und so fiel die Wahl auf den Lahnmarmor – und auf die Zuchthausfabrik in Diez als ausführendes Unternehmen.
Insgesamt wurden je fünf Säulen in den Jahren 1825 und 1827 aufgestellt. Manche wurden bereits kurz nach ihrer Aufstellung beschädigt, so beispielsweise die Säule in Weilburg. Mit dem Ende des Herzogtums Nassau 1866 wurde die meisten von ihnen wieder entfernt. Dennoch sind alle zehn erhalten, die in Hachenburg und Dillenburg wurden sogar in jüngster Zeit renoviert.
Die Aktivitäten der Zuchthausfabrik blieben aber auch in Villmar nicht ohne Folgen und führten im Jahr 1823 zu einem Rechtsstreit zwischen Simon Kronberger und der Zuchthausfabrik.