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Eventkalender, Hinweise & Rückblicke zu Veranstaltungen im Lahn-Marmor-Museum

 
 

Aktuelle Termine im LMM

Museumsprogramm 2. Halbjahr 2018

Öffnungszeiten in der Saison März – Oktober
Dienstag-Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
Samstag und Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr
Führungen durch das Museum und den Unica-Bruch
sind unabhängig von den Öffnungszeiten möglich

Kontakt
info[ät]lahn-marmor-museum.de
06482/6075588.

Informationen
www.lahn-marmor-museum.de

 

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Rückblicke auf Events im LMM

„Gute Nacht! Ihr Marmelstein!“ - Matinee im Lahn-Marmor-Museum am 1. Juli 2018
„Gute Nacht! Ihr Marmelstein!“ - Matinee im Lahn-Marmor-Museum

Das Lahn-Marmor-Museum Villmar lud für den 1. Juli 2018 im Rahmen der Sonderausstellung „Die Leonhards“ zu einer Matinee der besonderen Art ein. Der Steinmetzmeister Johann Peter Leonhard (1793-1873) war nicht nur ein herausragender Vertreter dieser Steinmetz- und Bildhauerdynastie sondern verarbeitete seine Erlebnisse als nassauischer Soldat in der Schlacht von Waterloo literarisch. Erhalten sind ein Manuskript-Fragment mit seinen Erinnerungen an Waterloo sowie der fiktive Roman „Die Dessedeur“ (= „Die Deserteure“), worin er eigene Erlebnisse im Nassauischen Militärdienst (1813-1817) verarbeitet.

Aus der bewegten napoleonischen Zeit stammt auch die Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die Clemens Brentano und Achim von Arnim 1805-1808 veröffentlichten. Darunter Lieder, die vom Soldatenschicksal handeln. Gustav Mahler hat eine Reihe dieser Lieder Ende des 19. Jh. für Singstimme und Klavier (später auch mit Orchester) vertont. Im „Tambourgsell“ beklagt ein Deserteur auf dem Weg zum Galgen sein Schicksal u. a. mit den Worten „Gute Nacht! Ihr Marmelstein! Ihr Berg und Hügelein!“ Der Bezug zum „Marmelstein“ (= Marmor) mag zufällig sein, gibt aber einen weiteren Anlass, in der Matinee Texte von Johann Peter Leonhard mit Wunderhorn-Liedern von Mahler zu kombinieren.

Zu Beginn gab Willi Wabel einen kurzen Überblick über die geschichtliche Situation um die Schlacht von Waterloo. Die Leonhard-Texte las Dr. Wilhelm Lendle, der diese auch auf Basis der Original-Handschriften bearbeitet hatte. Die Liedvorträge übernahm der Bariton Jacob Winter, begleitet von Dr. Martin Krähe am Klavier. Im Anschluss führte Rudolf Conrads durch die Leonhard-Ausstellung.
 
Vor dem Hintergrund der überaus gelungenen Veranstaltung, soll diese Matinee im nächsten Jahr wiederholt werden.

 

Die letzte Blockbergung aus dem Unica-Bruch, Zeitzeugen-Café am 13. Mai 2018 um 15:00 uhr

Die letzte Blockbergung im Bongard-Bruch - Zeitzeugen-Café zum Kulturerbe-Jahr 2018

Am Sonntag, dem 13. Mai 2018 führte das Lahn-Marmor-Museum aus Anlass des Internationalen Museumstages um 15:00 Uhr im Lahn-Marmor-Museum, Oberau 4 in Villmar ein Zeitzeugen-Café besonderer Art durch. Steinmetzmeister Thomas Meuser, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter des Steinmetzbetriebes Engelbert Müller KG, und seine damaligen Mitarbeiter Otfried Adler und Alfons Stein berichteten über die Bergung der letzten Blöcke aus dem Villmarer Bongard-Bruch.

Wie kam es zu dieser spektakulären Aktion? 1988 beschloss der Landtag von Ba-den-Württemberg, die Rekonstruktion des 1945 zerstörten Hochaltars der Mannheimer Jesuitenkirche zu fördern und damit den Wiederaufbau der Kirche abzuschließen. Der bekannte Kunsthistoriker Georg Dehio hatte diese Kirche einst als die schönste südwestdeutsche Barockkirche bezeichnet. Teile der Kirche, u.a. alle Altäre, waren im 18. Jahrhundert aus Lahnmarmor errichtet worden. Die Rekonstruktion sollte nun auch mit Originalmaterial erfolgen. So kam es, dass im Februar 1989 der damals weltweit größte Teleskop-kran in Villmar eingesetzt wurde, um die letzten Marmorblöcke aus dem Bongard-Bruch zu heben. Die Bergung dieser Blöcke zur Rekonstruktion des Ziborienaltars der Mannheimer Jesuitenkirche bildete den vorläufigen Abschluss einer nahezu 400-jährigen Abbautätigkeit des polierfähigen Massenkalks als Lahnmarmor.

Personen, die damals Zeitzeugen der Blockbergung wurden, waren herzlich eingeladen, sich in das Zeitzeugengespräch einzubringen, beispielsweise mit Fotografien.

Ausstellungseröffnung "Die Leonhards - Marmorier, Steinmetze, Bildhauer mit Tradition"

Die Leonhards

 Marmorierer, Steinmetze, Bildhauer mit Tradition

 

Mit vielen Interessiertenwurde wurde die Ausstellung in Anwesenheit von Mitgliedern der Familie Leonhard eröffnet. Die Ausstellung stieß auf große Resonanz und ist noch bis 30. Juni 2018 zu besichtigen. Es empfiehlt sich, eine Führung zu buchen, da viele Exponante erst durch die näheren Erläuterungen zum Leben gebracht werden. So findet sich in der Ausstellung ein Manuskript des einfachen Soldaten und begnadeten Steinmetzen Johann Peter Leonhard aus der Mitte des 19. Jahrhunderts über "Die Deserteure"...

 

Mehr als ein Vierteljahrtausend bearbeiteten Mitglieder der aus Runkel an der Lahn stammenden Familie Leonhard den Lahnmarmor und andere Werksteinarten. Ausgangsort der Familientradition als Marmorierer, Steinmetze und Bildhauer war Villmar an der Lahn, wo Familienmitglieder noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts dem Steinmetzhandwerk nachgingen. Ein Zweig der Familie Leonhard verlegte seine Werkstätten an der Rhein und ging dort der Steinbearbeitung nach. Stationen waren Biebrich, Eltville und Bingen. Ein Familienmitglied wanderte in die USA aus. Ein weiterer Zweig betätigte sich in Berlin. Anfang des Jahrtausends wurde die Leonardsche Werkstätte in Eltville auf einen Nachfolger außerhalb der Familie übertragen. Damit endete die Steinmetz- und Bildhauertradition der Familie Leonhard.

 

Über acht Generationen widmeten mindestens 25 Mitglieder der Familie ihr Leben der Steinbearbeitung und schmückten mit ihrer Arbeit viele sakrale und profane Bauten, die wir - soweit sie erhalten sind - heute als schöne Gebäude bewundern können. Die meisten davon stehen unter Denkmalschutz.  Ein weiterer Schwerpunkt der Leonhards lag in der Fertigung von Grabsteinen für den einfachen Bürger bis hin zum Hoch- und Geldadel. 

 

Die Ausstellung zeigt den Verlauf der Familiengeschichte im Kontext der Entwicklung des gesellschaftlichen Umfeldes. Weiterhin werden die wichtigsten Arbeiten der Leonhards vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den originalen Skizzen und Ausführungsplänen der Leonhardschen Werkstätten in Villmar, Biebrich, Eltville, Bingen und den USA von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommen Geschäftspapiere und persönliche Korrespondenz, die das Leben der Leonhards widerspiegeln. Von besonderem Interesse sind die Aufzeichnungen des Johann Peter Leonhards aus seiner Militärzeit in der Nassauischen Armee zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

 

Diese Ausstellung gründet sich auf den umfangreichen Forschungsergebnissen der Villmarer Heimatforscherin Lydia Aumüller, den Objekten, Skizzen, Briefen, Manuskripten und Bildern, die Dr. Wilhelm Lendle (Bad Soden), Rainer Leonhardt (Berlin) und Robert Frank Schmidt (Eltville) zur Verfügung gestellt haben. Diese Unterlagen wurden gesichtet und aufgearbeitet durch Rudolf Conrads, Dr. Bernold Feuerstein, Sibylle Kahnt und Willi Wabel. Ihnen gilt unser Dank dafür, dass sie diese Ausstellung möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt dem Arbeitskreis Museum des Lahn-Marmor-Museum e.V. für die Erstellung der Ausstellungsinfrastruktur.

 

 

Geoparksymposium vom 16 bis zum 17. März 2018

Vom 16. bis zum 17. März 2018 fand in Villmar das Geopark Symposium 2018 statt. Das Thema lautete: "Quo vadis Geopark? - Botschaften und Perspektiven des GEOPARKS Westerwald-Lahn-Taunus".

Rund 50 Teilnehmer besuchten das Symposium. Sie lernen das Lahn-Marmor-Museum mit dem Nationalen Geotop "Unica-Bruch" kennen und erkundeten im Rahmen der Exkursionen die vielfältigen Aspekte der Mittellahn. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Fachvorträgen, die engagiert diskutiert wurden, und auf einem Podiumsgespräch mit den Referenten des Symposiums. Hier finden Sie weitere Informationen und Hinweise.

„Korallenriffe heute und ihre Bedrohung durch den Menschen“ am 4. März um 15:00 Uhr

Jörg Hawig hielt einen Vortrag mit faszinierenden Unterwasser-Aufnahmen.

Zu den Inhalten des Vortrages:

Was ist ein Riff? - Entstehung, Definition und Verbreitung
Die Baumeister der Riffe- Steckbrief Korallen - Schwämme - Muscheln -Schnecken - Stachelhäuter
Artenreichtum der Riffe - Nahrungskette & Symbiosen
Stromatoporenriff Unicabruch - fossiler Zeuge aus der Erdgeschichte
Mensch und Korallenriff - Nahrungsquelle,Tourismus und Ressource
Globale Bedrohung - Klimawandel - Korallenbleiche - Meeresverschmutzung

 

Marmor lebt - Sonderausstellung

Am Sonntag, 1. Oktober 2017 eröffnete die Ehefrau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, die auch die Schirmherrschaft übernommen hatte, die neue Sonderausstellung des LMM. Die Ausstellung mit dem Titel „Marmor lebt!“ zeigt e Werke zweier lokaler Künstler in verschiedenen Medien.

Hildegard Vitt setzt sich in der bildhauerischen Arbeit mit verschieden Gesteinen auch mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander.

Für Wolfgang Kissel hat der schöne Lahnmarmor seiner Heimat einen besonderen Stellenwert. Seine Materialien sind allerdings Leinwand und Farbe. Seine Werke illustrieren die lebendige Vielfalt des Lahnmarmors. Wie Hildegard Vitt greift er aber auch aktuelle Themen auf. So interpretieren beide Künstler auf ihre eigene Weise u. a. die Flüchtlingsthematik.

Das Team des LMM freute sich über diese Ausstellung und den hohen Zuspruch ganz besonders.

 

Die Broschüre zur Ausstellung ist noch verfügbar und kann im Museum abgeholt werden.

Wo Marmor, Stein und Eisen spricht... Ensemble KEEP DIGGING

Samstag, 12. August 2017: Marmor, Stein & Eisen spricht. Ensemble KEEP DIGGING mit Texten und Musik im Rahmen des Kultursommer Mittelhessen
Klänge und Geschichten um Westerwald, Lahn und Taunus. Erzählkunst mit Peter Gößwein (Berlin) und Musik von Eckart Mascus (Saxofon, Gitarre), Ulrich Wendt (Keyboards) und Sebastian Wendt (Percussion).
Kommen Sie mit auf eine Zeitreise über viele Millionen Jahre: aus, in und um Westerwald, Lahn und Taunus. Geschichte beginnt zu klingen, Klänge zu schwingen und Stein wird Laut: Tief im Felsen schlummern sagenhafte Erzählungen um Wald und Stein, um Arbeit im Fels und Kampf um bescheidenes Glück, Liebe und Leid. Dazu Geschichten von heute, neu, genau von diesem Abend, erfunden und aus der Luft gegriffen, nach Anregungen des Publikums eingefangen von Peter Gößwein.
Wann: 20:00 Uhr
Kosten: 12 Euro
VVK: 06482/6075588

Link zur Website Kultursommer Mittelhessen --->

Lahnmarmortag 2017

am Sonntag, dem 27.08.2017
ab 10:30 Uhr in der König-Konrad-Halle in Villmar

dieses Jubiläum besonders begehen und auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.

Rudolf Conrads, Vorsitzender des Beirates der Stiftung Lahn-Marmor-Museum wird
20 Jahre Vereinsleben Revue passieren lassen und die aktuellen Aufgaben und
Herausforderungen für die Zukunft beleuchten.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu einem Mittagessen. Der Gastwirt der "Klickermill" bietet eine kleine Speisenkarte an (hierzu bitten wir aus Gründen der Planungssicherheit um Voranmeldung  per Mail oder tel. unter 06482-1425).

Ab 13:30 Uhr erwartet die Besucher des Lahn-Marmor-Tages ein Vortrag
von Frau Dr. Vilma Ruppiene, Universität Würzburg, Institut für Geographie und Geologie
über ihre wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zum Thema

Bunte ´Marmor´-Pracht im römischen Trier und Xanten

Nach dem Fachvortrag wird über ein Teilstück des Lahn-Marmor-Weges ein begleiteter
gemeinsamer Spaziergang mit dem Besuch der Villmarer Pfarrkirche angeboten.

Von dort geht der gemeinsame Weg weiter über die Lahnbrücke in das Lahn-Marmor-Museum und zum Nationalen Geotop und Naturdenkmal "Unica".

Im Museum wird Kaffee und Marmorkuchen angeboten.

Die Teilnahme an den Vereinsangeboten am Lahn-Marmor-Tag ist kostenfrei.

Wir würden uns über die Teilnahme vieler interessierter Besucher freuen.


Mit freundlichen Grüßen

Volker Klemens

-Vorsitzender -

5 Jahre Lahnwanderweg 8.7.17

Samstag 08.Juli 2017  10:30 - 14:00

Diese begleitete Rundwanderung, mit Start und Ziel am Lahn-Marmor-Museum, führt Sie durch die Historie der Steinverarbeitung und gibt Ihnen Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Lahnmarmors. Zum Abschluss der Tour gibt es Gelegenheit an einer Museumsführung teilzunehmen und sich passend zum Thema mit einem Stück Marmorkuchen, an der Kuchentheke im Museum, zu stärken.
- keine Anmeldung erforderlich
- Teilnahme kostenlos


Kontakt und Information
Lahn-Marmor-Museum Villmar

Oberau 4, 65506 Villmar
Telefon 06482 6075588
info[ät]lahn-marmor-museum.de

oder

Tourist Information Runkel
65594 Runkel
Telefon 06482 916160
info[ät]stadtrunkel.de
www.runkel-lahn.de

„Natura Trail“ am 18.Juni 2017 eröffnet

„Natura Trail“ zwischen Villmar und Aumenau eröffnet

Einzigartige Kooperation von Naturfreunden und Stiftung Lahn-Marmor-Museum

Die Lahnhänge zwischen Aumenau und Villmar sind jetzt offiziell Teil der europaweiten „Natura 2000“ - Netzwerke von Schutzgebieten zum Erhalt biologischer Vielfalt. Die Naturfreunde Hessen und die Stiftung Lahn-Marmor-Museum haben den auch erdgeschichtlich bedeutsamen Wanderweg als vierten „Natura Trail“ in Hessen am Sonntag, 18.Juni 2017 feierlich eröffnet.
Vor über 50 Besuchern und Wanderfreunden enthüllten der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung und der Vorsitzende der Naturfreunde Hessen, Jürgen Lamprecht, mit Altbürgermeister Hermann Hepp, Stiftungsvorsitzender, die neue Informationstafel am Lahn-Marmor-Museum.
Sie fordert auf, eine „wunderbare Landschaft zu erleben“ (Jung), die „Schätze der Region zu entdecken und auf ihre Ausstellung neugierig zu machen“ (Hepp) und den „Tourismus als neues wirtschaftliches Feld zu nutzen“ (Bürgermeister Arnold-Richard Lenz).

 


Moderator Bernold Feuerstein, Mitglied des Stiftungsvorstandes, begrüßte weitere Vertreter aus Politik, Forstbehörden, die Förderer des Natur- und Vogelschutzes, zahlreiche Wanderfreunde und die fleißigen Organisatoren und Helfer vom Museumsverein. Jürgen Lamprecht dankte besonders Bernd Dresen und Bernold Feuerstein für die inhaltliche Gestaltung des Flyers zum „Natura Trail“ und seinem Projektleiter Rainer Gilbert sowie den „verdienten Mitarbeitern“ des Naturfreundehauses Villmar, Helmut Hübinger, Bernd Hörle und Dorette Behr. In Deutschland gebe es inzwischen über 100 Trails als Teil der „Natura 2000“, über 27 000 europäische Schutzgebiete zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten, fast 20% der Fläche der EU. Zehn Trails sollen es in Hessen bis Ende des Jahres werden. Schirmherrin ist Umweltministerin Priska Hinz, zuständig für die umfangreiche finanzielle Projektförderung des Landes. Hessenforst Bereichsleiter Michael Kampmann machte in einem Fachvortrag auf die Erfordernisse eines pragmatischen Naturmanagements aufmerksam und lenkte angesichts der bedrohlichen weltweiten Umweltgefahren trotzdem den Blick auf die Bedeutung des Artenschutzes in der Region: „Seien Sie ruhig etwas schlampiger im Garten!“ Er plädierte für den Erhalt der Kleinstbiotope und der Artenvielfalt, wie sie gerade auch in den Lahntalhängen nach der jahrhundertelangen Nutzung durch den Abbau von Bodenschätzen entstanden sind. Diese Zusammenhänge beschreibt auch der Flyer, in „enger, konstruktiver und harmonischer Kooperation“ (Rainer Gilbert) zwischen den Naturfreunden Hessen, der Stiftung Lahn-Marmor-Museum und dem Förderverein Natur- und Vogelschutz detailreich erarbeitet und mit anschaulicher Wegbeschreibung versehen. Er ist im Museum erhältlich und wird in Rathäusern, Gaststätten und Fremdenverkehrseinrichtungen des Landkreises ausliegen.

  

Am Eröffnungstag ist Bernold Feuerstein Wanderführer, Geologe und Historiker gleichermaßen. Er führt die Gruppe der Wanderfreunde nach einer kurzen gemeinsamen Bahnfahrt nach Aumenau auf dem neuen circa neun Kilometer langen „naturnahen Wanderweg“ zurück nach Villmar. Er sieht und zeigt die Marmorbrocken im Waldweg, den alten Marmorbruch „Spitzwinkel“, den alten Kalksteinbruch „Auerberg“, die Reste gebrannten Kalks, im Wurzelwerk vom Sturm gefällter Bäume zum Vorschein gekommen, die Erhebungen im Gelände, wo die Ringöfen vergangener Lahnkalkwerke standen. Er weiß in wild überwucherten Steinbrüchen sogar Reste von Fossilien zu entdecken. Die bei hochsommerlichen Temperaturen angenehm schattigen Waldpfade geben immer wieder den Blick frei auf die Lahn, den Lahntalradweg und das Naturfreundehaus am anderen Ufer, auf die Schienen der Lahntalbahn, die stündlich vorbeirauscht. Feuerstein erzählt am Arfurter Bahnhof, dass dieser eigentlich einmal als Güterbahnhof für den Abtransport der Bodenschätze gebaut wurde. Die Wanderer erfahren vom Naturschutzgebiet „Arfurter Felsen“, von Brucharealen als Bruthabitat des Uhus, identifizieren Schmetterlinge und Eisvögel und erleben, wie ein Schwan auf der Lahn fauchend seine Familie mit sechs jungen Küken gegen Bootsfahrer verteidigt.
Nach einem kurzen Anstieg zum Arfurter Sportplatz kommt den Wanderern das Pfarrfest gerade recht, um sich eine Pause mit gekühlten Getränken oder Kaffee und Kuchen zu gönnen. Später zeigt ein Blick in die Ortskirche, auch hier wurde Villmarer Marmor für Taufbecken und Altarraum verwendet.
Schließlich geht es vorbei am „ESV Jugend- und Wanderheim“ über Wiesenwege mit Blick zurück auf die Arfurter Lahnschleife zum Ziel, dem Geoinformationszentrum Lahn-Marmor-Museum. „Wir sehen nur, was wir kennen!“, wusste Goethe. Wanderer können auf dem Villmarer „Natural Trail“ ihre Heimat wieder völlig neu sehen lernen und in der Schönheit der Naturlandschaft geheimnisvolle Spuren einer vergangenen Industriekultur entdecken.

Fotos & Text von Jürgen Weil

 

Eröffnung Sonderausstellung am 10.Juni 2017

 Fotoimpressionen von der Ausstellungseröffnung "Bodenschätze und Bergbau rechts und links der Lahn rund um Villmar" am 10.Juni 2017

 

 

Fotos: Jürgen Weil.

 

Bodenschätze links und rechts der Lahn, 10.6. - 6.8.17

Am Samstag, dem 10. Juni 2017 um 14 Uhr öffnete die Sonderausstellung im Lahn-Marmor-Museum offiziell ihre Tore.
Nach einer thematischen Einführung durch Stiftungsvorstand Dr. Bernold Feuerstein und den Heimatforscher Wolfgang Gilberg gibt es die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung. Im Anschluss findet um 15 Uhr eine offene Führung durch die Dauerausstellung des Lahn-Marmor-Museums statt.

 

 


 
Historische Dokumente, alte Grubenlampen und bunte oder gar glitzernde Mineralien – die Sonderausstellung im LMM beleuchtet die Bodenschätze der Region und deren Abbau. Die Höhenzüge von Taunus und Westerwald um Villmar sind nämlich nicht nur für den bunten Lahnmarmor bekannt, sondern auch Lagerstätten vielfältiger anderer Bodenschätze. Wie der Lahnmarmor entstanden sie vor rund 385 Millionen Jahren durch Vulkanismus in einem tropischen Flachmeer.

Museumsprogramm 2017
  • Sonntag 18. Juni 2017:
    Eröffnung Natura-Trail. Wanderweg Villmar – Aumenau Westerwald-Seite. Start 12:00 Uhr am Lahn-Marmor-Museum. Zugfahrt nach Aumenau und Wanderung zurück nach Villmar.
     
  • Donnerstag 6. Juli 2017:
    Kinder-Workshop: Kalkstein und Marmor kennenlernen und bearbeiten.
    Was ist Kalk und wo kommt er vor? Warum gab es Korallenriffe bei uns? Warum ist der Lahn-Marmor bunt? Aus einem stumpfen grauen Steinstück machen wir einen farbigen Schmuckstein.
     
  • Mittwoch 9. August 2017:
    Kinder-Workshop: Kalkstein und Marmor kennenlernen und bearbeiten.
     
  • Samstag 12. August 2017:
    Gastkonzert gefördert vom Mittelhessischen Kultursommer: „Marmor, Stein und Eisen spricht“. Klänge und Geschichten um Westerwald, Lahn und Taunus. Ensemble „Keep Digging“ mit Texten und Musik.
     
  • Samstag 19. August 2017:
    Ausstellungseröffnung: „Gaia und die vier Elemente“  Meisterarbeit von dem Villmarer Steinbildhauer Eugen Tomme und Werkstücke befreundeter Kollegen.
     
  • Freitag – Samstag 25. - 26 August 2017:
    Symposium des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus mit Vorträgen, Diskussionen und Exkursionen. König-Konrad-Halle und Lahn-Marmor-Museum.
     
  • Sonntag 27. August 2017:
    Lahn-Marmor-Tag im Museum Villmar. Referate und Führungen.
     
  • Sonntag 17. September 2017:
    Tag des Geotops. Kostenlose Führungen im Museum und Unica-Bruch. Vorführung von Steinbearbeitung.
     
  • Donnerstag 19. Oktober:
    Kinder-Workshop: Kalkstein und Marmor kennenlernen und bearbeiten.
Die Kerkerbachbahn im Modell - Eröffnung 12. März 2017

Die Kerkerbachbahn, die in ihrem endgültigen Ausbau von Dehrn an der Lahn bis hoch in den Westerwald nach Mengerskirchen führte, war in erster Linie für den Wertstofftransport gedacht. Ton, Erze, Basalt und Kalkstein wurden von den Bergbaubetrieben verladen und zu den Verarbeitungsanlagen befördert. Für die Gewinnung und Vermarktung des Lahn-Marmors im Bereich Schupbach und Gaudernbach war die Schmalspurbahn im 20ten Jahrhundert ein ganz entscheidender Vorteil. Das lebhaft gefärbte Material hat seine weltweite Verbreitung auch dank dieser Bahnlinie zu verdanken. Das Lahn-Marmor-Museum zeigt in seiner ersten Sonderausstellung in diesem Jahr zusammen mit dem Modell-Eisenbahn-Club Limburg-Hadamar das beeindruckende Modell eines Teilabschnittes der Kerkerbachbahn. Im Bereich des Kalksteinwerks Steeden trifft die Schmalspurbahn aus dem Westerwald auf die Lahntalbahn – für Modellbahner ein reizvolles Zusammentreffen. Im Kleinformat läßt sich die Bahnanlage rund um das Kalksteinwerk in Steeden im Zustand der 1950er Jahre bestaunen. Ergänzt wird die Modellanlage durch eine Präsentation historischer Dokumente und Fotos aus Beständen des MEC Limburg-Hadamar. Von Dienstag bis Freitag 10:00 bis 17:00 ist die Sonderausstellung für alle Museumsbesucher zugänglich. An den Wochenenden zur gleichen Uhrzeit, sind außerdem Mitglieder des Eisenbahn-Clubs im Haus. Sie präsentieren nicht nur historische Filmaufnahmen sondern starten den vollen Fahrbetrieb und erläutern die Modellanlage und die Miniatur-Fahrzeuge.

Beginn der Sonderausstellung: 12. März 2017.

09.November 2016 - Lahnmarmortag

Die Nassauische Neue Presse hat am 09.11.2016 über unseren Lahnmarmortag berichtet.

"Wenn die Besucher im Meer sitzen"


Ursula Alban begrüßte die vielen interessierte Zuhörer, die der Einladung des Lahn-Marmor-Museum e.V. zum Lahnmarmortag 2016 gefolgt waren und wies darauf hin, dass Gruppenführungen im Museum auch inder Winterpause nach vorheriger Absprache möglich seien und von Vereinsmitgliedern durchgeführt werden.

Sie schilderte die gute Zusammenarbeit des Vereins mit den Gremien der Stiftung "Lahn-Marmor-Museum" (Museumsleitung, Stiftungsvorstand und Stiftungsbeirat), die dem Verein als Zeichen der Wertschätzung die Möglichkeit gäben, eine solche Veranstaltung im Museum durchführen zu können.

Die Besucher ließen sich anschließend  von Willi Wabel in die Zeit der Marmorverarbeitung im Barock entführen. Willi Wabel beeindruckte mit den Ergebnissen seiner jahrelangen Recherchen und zeigte beispielhaft  Bilder von Marmorobjekten, die in der Zeit des Barocks in Kirchen, Schlössern und öffentlichen Gebäuden verbaut wurden.

Der Paläontologe Dr. Michael Wuttke stellte den Besuchern Lebewesen und deren Lebensumstände aus dem Zeitalter des Devons vor. In dieser zeitgeschichtlichen Ära lag Villmar unweit des Äquators, in der die Gegend des Lahntals von Meer bedeckt war und tropisches Klima vorherrschte.Dr. Wuttke schilderte anschaulich, was man im Lahnmarmor heute noch entdecken kann. Korallen, Seelilien und Schwämme bestimmten das damalige Leben und sind heute im Stein oft noch gut zu erkennen.

Die Besucher dankten den Referenten jeweils mit reichlich Applaus.

Für den Verein war der Tag eine weitere gelungene Veranstaltung im Jahr der Eröffnung des Museums.

18. September 2016 - Tag des Geotops 2016

 90 Besucher im Villmarer Unica-Steinbruch und Lahn-Marmor-Museum

Villmar (jw). Der Unica-Bruch in Villmar ist als weltweit einzigartiges Naturdenkmal bekannt. Am „Tag des Geotops“ haben Mitarbeiter des Lahn-Marmor-Museums staunenden Besuchern aus ganz Deutschland den rötlichen Stein mit seinen Jahrmillionen alten tropischen Tier- und Pflanzen-Einschlüssen in all seiner Farbenpracht gezeigt und als erdgeschichtliches Lesebuch präsentiert.

Sie kamen nicht nur aus Villmar, Weilburg oder Diez, sondern auch aus Frankfurt, Nürnberg, Erkelenz am Niederrhein oder Aachen, die naturgeschichtlich Interessierten, um sich die Spuren von Kalkschwämmen, Korallen, Muscheln und Seelilien in der aufpolierten Unica-Steinwand zu betrachten. Die waren die Riffbildner des Devonmeeres, ihre Kalkablagerungen und versteinerte Biomasse vor 380 Millionen Jahren ließen den Massenkalk der Lahnregion entstehen. Durch die Kontinentalverschiebung gelangte er an die heutigen Standorte.

Bernold Feuerstein, Helmut Hübinger, Ulrich Belz und Wolfgang Höhler erläuterten in zweistündigen Abständen, dass der Lahn-Marmor nicht unter dem hohen Druck stand wir der echte Marmor, aber gerade deshalb seine dekorativen Zeichnungen und Farben erhalten konnte. So färbten Eisen- und Mangan-Partikel den „Unica“ rot, andere Mineralien den „Bongard“ eher grau-rosa, den Wirbelauer Marmor grau, Calcite den Schupbacher Marmor schwarz. 25 Meter Unica-Wand im Steinbruch, symbolträchtige 380 Meter hinter dem Villmarer Bahnhof und dem Lahn-Marmor-Museum, sind poliert, angefeuchtet tritt das Rot deutlich hervor. Auffallend viele unterschiedliche Stromatoporen (Schwämme) sind erkennbar, Tentakel von Korallen, Pflanzen. „Aber woher kommen diese Risse im Stein?“, fragt ein Besucher. Ein Erdbeben könnte sie verursacht haben.

In der Nähe arbeiten Steinmetz Gerhard Höhler und der handwerklich begabte iranische Flüchtling Jamshid Yosoffi mit Hammer und Meißel aus einem Stück Bongard einen Hasen heraus, die Umrisse schon erkennbar, ein Geschenk für die Partnerstadt Kràliky (Grulich), die „Stadt der Hasen“. Es wird deutlich, dass Steinmetze und Bildhauer traditionsreiche Berufe waren. Die Arbeiten mit Seilsägen und diversen Werkzeugen schwer. Als vor etwa 400 Jahren der Abbau des Lahnmarmors begann, wurden zunächst nur Grabsteine hergestellt. Schleif- und Poliertechniken brachten die Schönheit des Steines hervor, jetzt kamen viele Aufträge von Kirchen. Zuletzt 1989, als noch einmal Blöcke aus dem nahen Bongardbruch für sechs Säulen der Jesuitenkirche in Mannheim aufwendig herausgebrochen wurden. In den 70er Jahren gaben viele marmorverarbeitende Betriebe auf, Villmarer Marmor war viermal teurer als z. B. der Carrara aus Italien. Reste hat noch die Firma Bellroth-Schneider.

Was macht den Lahn-, besonders den Villmarer Marmor so einmalig? Weil er nicht nur in der heimatlichen Pfarrkirche, im Wiesbadener Kurhaus, dem Berliner Dom, in der Metro von Moskau, der Eingangshalle des New Yorker Empire State Buildings oder im Palast des Maharadschas von Tagore (Indien) verbaut ist? Weil Geologen der Universitäten Marburg und Gießen und der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt oder gar australische Professoren sich für ihn interessieren? Die Gründer des Vereins „Lahn-Marmor-Museum“ wollten jedenfalls 1998 die Entstehung, Geschichte und Verarbeitung des Marmors öffentlich zugänglich machen und Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus werden. Ausstellungen in der Burg Runkel und viele Jahre in einem historischen Gebäude am Villmarer Brunnenplatz fanden im März 2016 mit der Eröffnung des „LMM“ ihren endgültigen Platz. Für Wolfgang Höhler (dem Villmarer „Herrn der Steine“) ging ein Traum in Erfüllung. Träger des Museums ist jetzt eine Stiftung. 10 000 Besucher werden bereits im ersten Jahr erwartet. Dafür will auch Museumsleiterin Nadja Bartsch sorgen. Sie setzt viel auf die Kooperation mit Schulen und Kindergärten. Neugierig wechselten die Besuchergruppen des Unica-Steinbruchs in die Ausstellung des neuen Geo-Informationszentrums.

Jürgen Weil, 18.9.2016

 

 Tag des Geotops 2016  Tag des Geotops 2016  Tag des Geotops 2016

 

Tage der Industriekultur


Vom 22.-25. Juni 2017 werden zum ersten Mal die Zukunft, Gegenwart und die Geschichte des produzierenden Standortes Mittelhessen erlebbar und Sie können dabei sein. Es gibt Führungen in produzierenden Unternehmen und in industriellen Denkmälern, aber auch Vorträge und Ausstellungen in Museen, Wanderungen in der Landschaft, in der Bergbau und Steinbrüche erkundet werden. Über 40 Veranstalter sind mit über 90 Veranstaltungen dabei.
Die Veranstaltung ist ein erster Schritt zur Einrichtung einer Route der Industriekultur Mittelhessen. Das reiche industriegeschichtliche Erbe Mittelhessens und die die Leistungen der heutigen Unternehmen sollen ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

PDF-Datei Flyer mit weiteren Informationen

Samstag, 24. Juni 2017: offene Führung im Rahmen der Tage der Industriekultur
Dr. Bernold Feuerstein führt zum Thema Bodenschätze, Wasserkraft und Marmorstein. Spuren der Marmorindustrie an der Lahn. Maximale Gruppengröße: 25 Personen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Wann: 15 Uhr und 16 Uhr
Startpunkt: König-Konrad-Halle, König-Konrad-Straße 36-40, 65606 Villmar
Endpunkt: Lahn-Marmor-Museum
Die Führung ist kostenlos.

02. September 2016 - Harter Stein und sanfte Töne

Rund 50 Gäste kammen zum ersten Konzert im Lahnmarmor-Museum. Dazu ein Artikel von Jürgen Weil und ein weiterer Artikel aus dem Weilburger Tageblatt

 

Urgestein im Marmormuseum

Stephan Laux vom Helferkreis Villmar hat vergangenen Freitag auf exotischen Musikinstrumenten im passenden Ambiente des Villmarer Lahn-Marmor- Museums seine Zuhörer in eine andere Welt entführt, „in einen meditativen Zustand versetzt“, wie Museumsleiterin Nadja Bartsch es ausdrückte. Am Ende kamen aber auch sehr zur Freude des Kuratoriumsvorsitzenden Hermann Hepp und der ersten Vorsitzenden Angelika Guidry vom Helferkreis Villmar 210 Euro Spenden
für die gebeutelte Familie Zirkel zusammen.

Stephan Laux erzeugt mit feinstem Fingerspitzengefühl auf Klangelementen, die häufig aus Alltagsmaterialien bestehen, Töne, mischt sie mit raffinierter Aufnahmetechnik am PC zu einem rhythmischen Ganzen und erzählt damit Geschichten, die in der Phantasie seiner Zuhörer die 380 Millionen Jahre Kalkstein-Entstehung und die schwere Arbeit der Steinmetze und Bildhauer lebendig werden lassen. So symbolisiert eine keltische Harfe aus Rosenholz und Mahagoni die Tier- und Pflanzenwelt im subtropischen Klima nahe des Äquators, wo der Villmarer Galgenberg einmal geboren wurde. Im Musikstück „Bongard“ mischt Laux die unterschiedlichen Klänge einer afrikanischen Trommel („sieht aus wie eine schwarze Vase aus Bongard“) zu einer Gesamtkomposition, untermalt mit Klavier und Flöte. Diese „Obertonflöte“ besteht aus Sanitärmaterial und stammt von einem sibirischen Musiker. Mit einem „elektronischen Blaswandler“ (EWI) – er hat die Form einer Klarinette – begleitet Laux schließlich Trommel- und Holzschalengeräusche im immer wiederkehrenden gleichförmigem Rhythmus, so dass man sich die harte Arbeit der Steinmetze am schweren Gerät und an den Riesenmarmorblöcken regelrecht vorstellen kann. Eines seiner „Lieblingsinstrumente“ ist eine „Handpan“, von einem sibirischen Trucker aus Bremstrommeln eines LKW zusammengebaut. Sie ähnelt zweier übereinander gestülpter Woks. Auf dieser Drum erzeugt Stephan Laux auf unterschiedlich tiefen Klangfeldern mit flinken Fingern Trommelwirbel, aber auch ruhige, leise Töne, mit denen er beispielsweise auch geheimnisvolle Höhlengeräusche imitiert oder zarte Schwingungen und Stimmungen erzeugt.

Die Zuhörer spürten die innere Ruhe ausstrahlende stille Freude des Musikers, die Lust am Ausprobieren, die Faszination, die von seinem Spiel mit den ungewöhnlichen Klangelementen ausgeht, die Begeisterung für eine Klangkunst, die tatsächlich den Zuhörer in einen meditativen Zustand versetzt. Zu Stephan Laux passten aber auch die humorigen Zwischenbemerkungen: „Ihr dürft in der technischen Umbaupause miteinander sprechen“ oder die Überraschung zum Ende: Mit Gesang begleitet er seine Neukomposition „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber…“ alle Instrumente kommen noch einmal zum Einsatz, um musikalisch Ehekrisen zu beschreiben und zu bewältigen. Und auch ohne den anhaltenden Applaus hätte es eine Zugabe gegeben: Sie ist eine einfühlsame Rückerinnerung an zwei Stunden anspruchsvolle Unterhaltung. Stephan Laux hat auf eine Gage verzichtet, die Einnahmen kommen Menschen in Not zugute. Nadja Bartsch hatte zum Dankeschön noch ein beziehungsreiches Geschenk: Einen Flaschenöffner aus Villmarer Marmor. Stephan Laux huscht ein Lächeln über das Gesicht.

Jürgen Weil, 2.9.2016

 

   

 

 

 

Ein Artikel im Weilburger Tageblatt berichetet darüber in seiner Ausgabe vom 04.09.2016 .

Artikel im Weilburger Tageblatt

24. August 2016 - Glücksbringer aus eigener Herstellung

Zum Ende der Sommerferien hatte das Lahn-Marmor-Museum ein ganz besonderes Angebot für Kinder im Programm. 18 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren fertigten dort am Mittwoch, dem 24. August eigene Glücksbringer aus dem heimischen Gestein an. Die Teilnehmer kamen vorwiegend aus den umliegenden Gemeinden, die längste Anreise hatte Johanna (9) aus dem Odenwald.

Zunächst traten die Kinder eine Zeitreise ins Devon, zur Entstehung des Lahnmarmors an. Unter pädagogischer Leitung von Bärbel Schmidt lernte die Gruppe die Geschichte hinter der Farben- und Formenvielfalt des Lahnmarmors kennen. In einem anschaulichen Experiment stellten sie die Ablagerung von Sedimenten und die Bildung von Fossilien nach.

Mit dem neu erworbenen Wissen ging es ans Steine schleifen. Jedes Kind durfte sich einen Rohling zur Bearbeitung aussuchen. Bei bestem Wetter arbeiteten die Kinder hochmotiviert an den Schleifstationen. Die zum Vorschein kommenden Einschlüsse wurden fachkundig beurteilt und den ehrenamtlichen Helfern (Katrin Alban, Tanja Gierden, Erich Grzesista, Armin Klees, Bärbel Schmidt) stolz präsentiert.

Ein zünftiges Steinmetzfrühstück verlieh neue Kräfte, auch wenn einige der fleißigen Handwerker nur widerwillig zu einer Pause zu bewegen waren. Buchstäblich den letzten Schliff erhielten die bearbeiteten Stücke von Armin Klees, bevor sie als Anhänger um den Hals oder als Glücksbringer in der Tasche getragen werden konnten.

Zum Abschluss unternahm die Gruppe noch einen Ausflug in den Unica-Bruch, dem einzigen offiziell zugänglichen Lahnmarmor-Steinbruch. Die 17 Meter lange, polierte Wand des versteinerten Riffs lud zur Entdeckung zahlreicher Fossilien ein.

Stolz nahmen die Kinder zum Abschluss ihre Teilnahmeurkunde und ein Büchlein über das Steinmetzhandwerk entgegen. Das Fazit war einstimmig: „Wir hätten gerne noch länger geschliffen!“ Die positive Resonanz freut auch das (vorwiegend ehrenamtlich) engagierte Team des Lahn-Marmor-Museums. Das Angebot für Kinder soll weiter ausgebaut werden - der nächste Kinder-Workshop wird voraussichtlich in den Herbstferien stattfinden.

   

Eröffnung des Lahn-Marmor-Museums 2016

Die neuen Räumlichkeiten des  Lahn-Marmor-Museum Villmar, Oberau 4, 65606 Villmar
werden am Sonntag, 20.März 2016 der Öffentlichkeit übergeben.

 

Programm:

11:00 Uhr - Festakt mit geladenen Gästen

Begrüßung    Herrmann Hepp
                    Vorsitzender Stiftungsvorstand

                    Arnold-Richard Lenz
                    Bürgermeister Marktflecken Villmar
                    Volker Klemens
                    Vorsitzender Lahn-Marmor-Museum e.V.

Musikeinlage
Grußworte

Festrede       Rudolf Conrads
                    Vorsitzender Stiftungsbeirat

Mittagsimbiss
Grußworte

 

14-18 Uhr - Tag der offenen Tür des LMM für alle Interessierten

Kurzvorträge (30 min.):
15:00            Entstehungsgeschichte des Lahn-Marmors
                    Dr. Bernold Feuerstein (Villmar)

16:00           Baudenkmäler aus Lahn-Marmor
                    Willi Wabbel (Heidelberg)