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Eventkalender, Hinweise & Rückblicke zu Veranstaltungen im Lahn-Marmor-Museum

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21.05. 00:0000:00 Internationaler Museumstag. Sonstige Events

 
 

News zu Events im LMM

5 Jahre Lahnwanderweg - die Geschichte des Lahnmarmors

Samstag 08.Juli 2017  10:30 - 14:00
Diese begleitete Rundwanderung, mit Start und Ziel am Lahn-Marmor-Museum, führt Sie durch die Historie der Steinverarbeitung und gibt Ihnen Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Lahnmarmors.

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Veranstaltungen im LMM 2017

Vorschau und Übersicht der geplanten Veranstaltungen 1. Halbjahr 2017

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Rückblicke auf Events im LMM

09.November 2016 - Lahnmarmortag

Die Nassauische Neue Presse hat am 09.11.2016 über unseren Lahnmarmortag berichtet.

"Wenn die Besucher im Meer sitzen"


Ursula Alban begrüßte die vielen interessierte Zuhörer, die der Einladung des Lahn-Marmor-Museum e.V. zum Lahnmarmortag 2016 gefolgt waren und wies darauf hin, dass Gruppenführungen im Museum auch inder Winterpause nach vorheriger Absprache möglich seien und von Vereinsmitgliedern durchgeführt werden.

Sie schilderte die gute Zusammenarbeit des Vereins mit den Gremien der Stiftung "Lahn-Marmor-Museum" (Museumsleitung, Stiftungsvorstand und Stiftungsbeirat), die dem Verein als Zeichen der Wertschätzung die Möglichkeit gäben, eine solche Veranstaltung im Museum durchführen zu können.

Die Besucher ließen sich anschließend  von Willi Wabel in die Zeit der Marmorverarbeitung im Barock entführen. Willi Wabel beeindruckte mit den Ergebnissen seiner jahrelangen Recherchen und zeigte beispielhaft  Bilder von Marmorobjekten, die in der Zeit des Barocks in Kirchen, Schlössern und öffentlichen Gebäuden verbaut wurden.

Der Paläontologe Dr. Michael Wuttke stellte den Besuchern Lebewesen und deren Lebensumstände aus dem Zeitalter des Devons vor. In dieser zeitgeschichtlichen Ära lag Villmar unweit des Äquators, in der die Gegend des Lahntals von Meer bedeckt war und tropisches Klima vorherrschte.Dr. Wuttke schilderte anschaulich, was man im Lahnmarmor heute noch entdecken kann. Korallen, Seelilien und Schwämme bestimmten das damalige Leben und sind heute im Stein oft noch gut zu erkennen.

Die Besucher dankten den Referenten jeweils mit reichlich Applaus.

Für den Verein war der Tag eine weitere gelungene Veranstaltung im Jahr der Eröffnung des Museums.

18. September 2016 - Tag des Geotops 2016

 90 Besucher im Villmarer Unica-Steinbruch und Lahn-Marmor-Museum

Villmar (jw). Der Unica-Bruch in Villmar ist als weltweit einzigartiges Naturdenkmal bekannt. Am „Tag des Geotops“ haben Mitarbeiter des Lahn-Marmor-Museums staunenden Besuchern aus ganz Deutschland den rötlichen Stein mit seinen Jahrmillionen alten tropischen Tier- und Pflanzen-Einschlüssen in all seiner Farbenpracht gezeigt und als erdgeschichtliches Lesebuch präsentiert.

Sie kamen nicht nur aus Villmar, Weilburg oder Diez, sondern auch aus Frankfurt, Nürnberg, Erkelenz am Niederrhein oder Aachen, die naturgeschichtlich Interessierten, um sich die Spuren von Kalkschwämmen, Korallen, Muscheln und Seelilien in der aufpolierten Unica-Steinwand zu betrachten. Die waren die Riffbildner des Devonmeeres, ihre Kalkablagerungen und versteinerte Biomasse vor 380 Millionen Jahren ließen den Massenkalk der Lahnregion entstehen. Durch die Kontinentalverschiebung gelangte er an die heutigen Standorte.

Bernold Feuerstein, Helmut Hübinger, Ulrich Belz und Wolfgang Höhler erläuterten in zweistündigen Abständen, dass der Lahn-Marmor nicht unter dem hohen Druck stand wir der echte Marmor, aber gerade deshalb seine dekorativen Zeichnungen und Farben erhalten konnte. So färbten Eisen- und Mangan-Partikel den „Unica“ rot, andere Mineralien den „Bongard“ eher grau-rosa, den Wirbelauer Marmor grau, Calcite den Schupbacher Marmor schwarz. 25 Meter Unica-Wand im Steinbruch, symbolträchtige 380 Meter hinter dem Villmarer Bahnhof und dem Lahn-Marmor-Museum, sind poliert, angefeuchtet tritt das Rot deutlich hervor. Auffallend viele unterschiedliche Stromatoporen (Schwämme) sind erkennbar, Tentakel von Korallen, Pflanzen. „Aber woher kommen diese Risse im Stein?“, fragt ein Besucher. Ein Erdbeben könnte sie verursacht haben.

In der Nähe arbeiten Steinmetz Gerhard Höhler und der handwerklich begabte iranische Flüchtling Jamshid Yosoffi mit Hammer und Meißel aus einem Stück Bongard einen Hasen heraus, die Umrisse schon erkennbar, ein Geschenk für die Partnerstadt Kràliky (Grulich), die „Stadt der Hasen“. Es wird deutlich, dass Steinmetze und Bildhauer traditionsreiche Berufe waren. Die Arbeiten mit Seilsägen und diversen Werkzeugen schwer. Als vor etwa 400 Jahren der Abbau des Lahnmarmors begann, wurden zunächst nur Grabsteine hergestellt. Schleif- und Poliertechniken brachten die Schönheit des Steines hervor, jetzt kamen viele Aufträge von Kirchen. Zuletzt 1989, als noch einmal Blöcke aus dem nahen Bongardbruch für sechs Säulen der Jesuitenkirche in Mannheim aufwendig herausgebrochen wurden. In den 70er Jahren gaben viele marmorverarbeitende Betriebe auf, Villmarer Marmor war viermal teurer als z. B. der Carrara aus Italien. Reste hat noch die Firma Bellroth-Schneider.

Was macht den Lahn-, besonders den Villmarer Marmor so einmalig? Weil er nicht nur in der heimatlichen Pfarrkirche, im Wiesbadener Kurhaus, dem Berliner Dom, in der Metro von Moskau, der Eingangshalle des New Yorker Empire State Buildings oder im Palast des Maharadschas von Tagore (Indien) verbaut ist? Weil Geologen der Universitäten Marburg und Gießen und der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft in Frankfurt oder gar australische Professoren sich für ihn interessieren? Die Gründer des Vereins „Lahn-Marmor-Museum“ wollten jedenfalls 1998 die Entstehung, Geschichte und Verarbeitung des Marmors öffentlich zugänglich machen und Teil des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus werden. Ausstellungen in der Burg Runkel und viele Jahre in einem historischen Gebäude am Villmarer Brunnenplatz fanden im März 2016 mit der Eröffnung des „LMM“ ihren endgültigen Platz. Für Wolfgang Höhler (dem Villmarer „Herrn der Steine“) ging ein Traum in Erfüllung. Träger des Museums ist jetzt eine Stiftung. 10 000 Besucher werden bereits im ersten Jahr erwartet. Dafür will auch Museumsleiterin Nadja Bartsch sorgen. Sie setzt viel auf die Kooperation mit Schulen und Kindergärten. Neugierig wechselten die Besuchergruppen des Unica-Steinbruchs in die Ausstellung des neuen Geo-Informationszentrums.

Jürgen Weil, 18.9.2016

 

 Tag des Geotops 2016  Tag des Geotops 2016  Tag des Geotops 2016

 

02. September 2016 - Harter Stein und sanfte Töne

Rund 50 Gäste kammen zum ersten Konzert im Lahnmarmor-Museum. Dazu ein Artikel von Jürgen Weil und ein weiterer Artikel aus dem Weilburger Tageblatt

 

Urgestein im Marmormuseum

Stephan Laux vom Helferkreis Villmar hat vergangenen Freitag auf exotischen Musikinstrumenten im passenden Ambiente des Villmarer Lahn-Marmor- Museums seine Zuhörer in eine andere Welt entführt, „in einen meditativen Zustand versetzt“, wie Museumsleiterin Nadja Bartsch es ausdrückte. Am Ende kamen aber auch sehr zur Freude des Kuratoriumsvorsitzenden Hermann Hepp und der ersten Vorsitzenden Angelika Guidry vom Helferkreis Villmar 210 Euro Spenden
für die gebeutelte Familie Zirkel zusammen.

Stephan Laux erzeugt mit feinstem Fingerspitzengefühl auf Klangelementen, die häufig aus Alltagsmaterialien bestehen, Töne, mischt sie mit raffinierter Aufnahmetechnik am PC zu einem rhythmischen Ganzen und erzählt damit Geschichten, die in der Phantasie seiner Zuhörer die 380 Millionen Jahre Kalkstein-Entstehung und die schwere Arbeit der Steinmetze und Bildhauer lebendig werden lassen. So symbolisiert eine keltische Harfe aus Rosenholz und Mahagoni die Tier- und Pflanzenwelt im subtropischen Klima nahe des Äquators, wo der Villmarer Galgenberg einmal geboren wurde. Im Musikstück „Bongard“ mischt Laux die unterschiedlichen Klänge einer afrikanischen Trommel („sieht aus wie eine schwarze Vase aus Bongard“) zu einer Gesamtkomposition, untermalt mit Klavier und Flöte. Diese „Obertonflöte“ besteht aus Sanitärmaterial und stammt von einem sibirischen Musiker. Mit einem „elektronischen Blaswandler“ (EWI) – er hat die Form einer Klarinette – begleitet Laux schließlich Trommel- und Holzschalengeräusche im immer wiederkehrenden gleichförmigem Rhythmus, so dass man sich die harte Arbeit der Steinmetze am schweren Gerät und an den Riesenmarmorblöcken regelrecht vorstellen kann. Eines seiner „Lieblingsinstrumente“ ist eine „Handpan“, von einem sibirischen Trucker aus Bremstrommeln eines LKW zusammengebaut. Sie ähnelt zweier übereinander gestülpter Woks. Auf dieser Drum erzeugt Stephan Laux auf unterschiedlich tiefen Klangfeldern mit flinken Fingern Trommelwirbel, aber auch ruhige, leise Töne, mit denen er beispielsweise auch geheimnisvolle Höhlengeräusche imitiert oder zarte Schwingungen und Stimmungen erzeugt.

Die Zuhörer spürten die innere Ruhe ausstrahlende stille Freude des Musikers, die Lust am Ausprobieren, die Faszination, die von seinem Spiel mit den ungewöhnlichen Klangelementen ausgeht, die Begeisterung für eine Klangkunst, die tatsächlich den Zuhörer in einen meditativen Zustand versetzt. Zu Stephan Laux passten aber auch die humorigen Zwischenbemerkungen: „Ihr dürft in der technischen Umbaupause miteinander sprechen“ oder die Überraschung zum Ende: Mit Gesang begleitet er seine Neukomposition „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber…“ alle Instrumente kommen noch einmal zum Einsatz, um musikalisch Ehekrisen zu beschreiben und zu bewältigen. Und auch ohne den anhaltenden Applaus hätte es eine Zugabe gegeben: Sie ist eine einfühlsame Rückerinnerung an zwei Stunden anspruchsvolle Unterhaltung. Stephan Laux hat auf eine Gage verzichtet, die Einnahmen kommen Menschen in Not zugute. Nadja Bartsch hatte zum Dankeschön noch ein beziehungsreiches Geschenk: Einen Flaschenöffner aus Villmarer Marmor. Stephan Laux huscht ein Lächeln über das Gesicht.

Jürgen Weil, 2.9.2016

 

   

 

 

 

Ein Artikel im Weilburger Tageblatt berichetet darüber in seiner Ausgabe vom 04.09.2016 .

Artikel im Weilburger Tageblatt

24. August 2016 - Glücksbringer aus eigener Herstellung

Zum Ende der Sommerferien hatte das Lahn-Marmor-Museum ein ganz besonderes Angebot für Kinder im Programm. 18 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren fertigten dort am Mittwoch, dem 24. August eigene Glücksbringer aus dem heimischen Gestein an. Die Teilnehmer kamen vorwiegend aus den umliegenden Gemeinden, die längste Anreise hatte Johanna (9) aus dem Odenwald.

Zunächst traten die Kinder eine Zeitreise ins Devon, zur Entstehung des Lahnmarmors an. Unter pädagogischer Leitung von Bärbel Schmidt lernte die Gruppe die Geschichte hinter der Farben- und Formenvielfalt des Lahnmarmors kennen. In einem anschaulichen Experiment stellten sie die Ablagerung von Sedimenten und die Bildung von Fossilien nach.

Mit dem neu erworbenen Wissen ging es ans Steine schleifen. Jedes Kind durfte sich einen Rohling zur Bearbeitung aussuchen. Bei bestem Wetter arbeiteten die Kinder hochmotiviert an den Schleifstationen. Die zum Vorschein kommenden Einschlüsse wurden fachkundig beurteilt und den ehrenamtlichen Helfern (Katrin Alban, Tanja Gierden, Erich Grzesista, Armin Klees, Bärbel Schmidt) stolz präsentiert.

Ein zünftiges Steinmetzfrühstück verlieh neue Kräfte, auch wenn einige der fleißigen Handwerker nur widerwillig zu einer Pause zu bewegen waren. Buchstäblich den letzten Schliff erhielten die bearbeiteten Stücke von Armin Klees, bevor sie als Anhänger um den Hals oder als Glücksbringer in der Tasche getragen werden konnten.

Zum Abschluss unternahm die Gruppe noch einen Ausflug in den Unica-Bruch, dem einzigen offiziell zugänglichen Lahnmarmor-Steinbruch. Die 17 Meter lange, polierte Wand des versteinerten Riffs lud zur Entdeckung zahlreicher Fossilien ein.

Stolz nahmen die Kinder zum Abschluss ihre Teilnahmeurkunde und ein Büchlein über das Steinmetzhandwerk entgegen. Das Fazit war einstimmig: „Wir hätten gerne noch länger geschliffen!“ Die positive Resonanz freut auch das (vorwiegend ehrenamtlich) engagierte Team des Lahn-Marmor-Museums. Das Angebot für Kinder soll weiter ausgebaut werden - der nächste Kinder-Workshop wird voraussichtlich in den Herbstferien stattfinden.