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Eine Ausstellung über Elmar Hillebrand im Lahn-Marmor-Museum

Warum?

Die Idee für ein Lahn-Marmor-Museum entstand Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Damals war die Zeit des Marmorabbaus an der Lahn noch nicht lange vorbei. Auch die Zahl der Steinmetzbetriebe war noch höher als heutzutage.  Die geologische Bedeutung der Marmorbrüche war erst kurz zuvor erkannt worden. Aus alten, zwischenzeitlich zugemüllten Steinbrüchen wurden Naturdenkmäler, der Unica-Bruch wurde sogar zum Nationalen Geotop gekürt. Die Zeit des Marmorabbaus an der Lahn war aber endgültig vorbei, viele Steinmetzbetriebe mussten schließen, denn die Konkurrenz aus dem Ausland wurde im stärker.

Vor diesem Hintergrund wurde 1997 in der Villmarer König-Konrad-Halle der Verein Lahn-Marmor-Museum gegründet, der sowohl die geologische Entwicklung der heimischen Massenkalke erklären als auch die Geschichte der Marmorbetriebe an der Lahn sichern will. Darüber hinaus hat er sich zur Aufgabe gestellt, die weltweite Verwendung des schönen Werksteins von der Lahn zu erforschen.

Elmar Hillebrand hat über viele Jahrzehnte einen Großteil seiner Natursteinarbeiten mit Unterstützung des Villmarer Steinmetzbetriebes Engelbert Müller KG ausführen lassen. Steinmetze des Villmarer Betriebes waren für ihn in ganz Deutschland tätig. Arbeiten aus Naturstein, auch aus Lahnmarmor, die Hillebrand bei Engelbert Müller ausführen ließ, finden sich an vielen Orten. Nahezu eine Sensation war für die Villmarer die Entstehung der circa 4,50 Meter großen Statue des Hl. Severin für die Severinsbrücke in Köln. Jedes Jahr führte Hillebrand als Professor an der RWTH Aachen mit seinen Studenten zwei Steinseminare in Villmar durch. Hier lernten die angehenden Architekten mit Hammer und Meißel umzugehen.

Es gibt viele Bezüge von Elmar Hillebrand zum Lahnmarmor und zu den Villmarer Steinmetzen. Hillebrand hat dazu beigetragen, den Ruf der Villmarer Steinmetze und die Bekanntheit Villmars als Ort qualifizierter Steinbearbeitung zu mehren. Letztlich war das Mitte der 90er Jahre noch im Betrieb der Engelbert Müller KG stehende Gipsmodell des Hl. Severin ein Auslöser für die Gründung des Lahn-Marmor-Museums. Heute ist dieses Gipsmodell ein wichtiges Ausstellungsobjekt.

Dies dürfte Grund genug sein, das Leben und das Wirken Elmar Hillebrands in diesem Museum zu betrachten.

Die Struktur der Ausstellung ist wie folgt angelegt:

Zunächst wird auf einer Schautafel ein Überblick über das Leben von Elmar Hillebrand gegeben. Es werden dargestellt sein persönliches Umfeld, seine Arbeitsweise, wichtige Institutionen, seine Lehrer und ausgewählte Personen, mit denen er zusammengearbeitet hat.

In insgesamt sechs Vitrinen werden  ausgewählte Projekte und deren Verlauf anhand von Skizzen, Fotos und Schriftwechsel dokumentiert. Eine siebte Vitrine ist der Zusammenarbeit mit der Steinmetzwerkstatt Engelbert Müller KG in Villmar gewidmet.

Weiterhin werden ausgewählte Kunstobjekte Hillebrands gezeigt.

Die Vorbereitung der Ausstellung erfolgte unter Begleitung des Bildhauers Johannes Hillebrand, Sohn von Elmar Hillebrand. Mit ihm wurde der im Kölner Diözesanarchiv befindliche künstlerische Nachlass gesichtet und geeignet erscheinende Unterlagen wurden reproduziert. Leider sind viele Dinge im Laufe der Zeit untergegangen. So haben sich die Wachsmodelle, mit denen Hillebrand gerne Vorstudien fertigte, größtenteils nicht mehr erhalten.

Johannes Hillebrand gilt ein herzliches Dankeschön für die Begleitung der Vorbereitung und die Zurverfügungstellung von Ausstellungsobjekten. Dank gilt auch dem stellvertretenden Leiter des Kölner Diözesanarchivs Dr. Joachim Oepen, der die Recherchearbeiten wohlwollend begleitet hat. Nicht zuletzt gilt auch Thomas Meuser, dem letzten geschäftsführenden Gesellschafter des Steinmetzbetriebes Engelbert Müller KG, ein Dankeschön. Auch er hat mit Rat und Ausstellungsstücken diese Ausstellung ermöglicht. Zu danken ist auch vielen weiteren Personen, die mit Informationen und Material zur Abrundung der Ausstellung beigetragen haben.

Köln/Villmar, im Mai 2020

Rudolf  Conrads
Vorsitzender des Beirates der Stiftung Lahn-Marmor-Museum, Kurator