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Über 400 Jahre wurde an der Lahn zwischen Wetzlar und Katzenelnbogen der farbige Lahnmarmor gewonnen. Ein Zentrum war die Region um Schupbach. Hier wurde der schöne Werkstein schon Ende des 16. Jahrhunderts  abgebaut, bearbeitet, vor Ort verwendet und später auch in alle Welt exportiert. Der Marmor von der Lahn war für Schupbach eine lange Zeit der zentrale Wirtschaftsfaktor. Der Abbau wurde in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts eingestellt. Die Marmorbrüche gerieten in Vergessenheit und waren zeitweise nur noch Insidern bekannt. 

Nun hat sich in Schupbach eine private Initiative um den Gaudernbacher Bauunternehmer Ragnar Feickert gebildet, die die seit geraumer Zeit in Privatbesitz befindlichen historischen Brüche der Marmorvarietäten Schupbach Schwarz, Schupbach Goldader, Famosa S, Orania oder auch Korallenfels wieder freilegt, von Unrat befreit und die Infrastruktur teilweise wieder instandsetzt. So werden in den Brüchen die Abbaustufen freigelegt und gereinigt, die Geräte restauriert und rekonstruiert als auch Teile der Anbindungen zur ehemaligen Kerkerbachbahn wieder instandgesetzt.   

Die Arbeiten werden noch Jahre andauern, bis alle Sehenswürdigkeiten für die Nachwelt gesichert sind. Sobald die Arbeiten einen guten Zwischenstand erreicht haben, soll auch die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten, die Schupbacher Brüche zu besichtigen. Die Schupbacher Initiative wird hierbei eng mit dem Lahn-Marmor-Museum zusammenarbeiten, da sich die Schupbacher Marmorlandschaft und die Angebote des Museums wunderbar ergänzen. 

Die Besuchstermine und angedachten Führungen werden künftig über das Lahn-Marmor-Museum bekanntgegeben und organisiert. Mit dem Beginn der Besuche und Führungsmöglichkeiten wird in Abhängigkeit der Corona Pandemie im Jahresverlauf 2021 gerechnet.